Wann man sie erkennt: Braxton-Hicks-, Übungswehen, echte Geburtswehen
Wenn du schwanger bist (oder gerade jemanden durch die Schwangerschaft begleitest), gibt es diesen einen Moment, den fast alle kennen: Der Bauch wird plötzlich hart, zieht oder drückt – und sofort schießt die Frage durch den Kopf: „Okay… war das jetzt schon eine Wehe?“ Genau hier beginnt das Gedankenkarussell. Man tastet den Bauch ab, zählt innerlich Sekunden, versucht sich zu erinnern, was die Hebamme beim letzten Termin gesagt hat, und googelt im Kopf eine Checkliste zusammen. Und ganz ehrlich: Das ist total normal. Dein Körper macht in der Schwangerschaft so viele neue Dinge, dass es manchmal wirkt, als würde er „Testläufe“ starten – und genau das sind Braxton-Hicks-Kontraktionen oft auch: ein Training.
Braxton-Hicks werden im Deutschen meist Übungswehen genannt. Sie können sich harmlos anfühlen wie ein kurzes „Hartwerden“ oder auch mal unangenehm drücken, besonders wenn du müde bist oder schon den ganzen Tag auf den Beinen warst. Und weil sie manchmal überraschend echt wirken, geraten viele ins Grübeln: „Wenn das schon Übungswehen sind… wie fühlt sich dann bitte eine richtige Geburtswehe an?“ Spoiler: anders – aber nicht immer so eindeutig, wie man es in Tabellen liest. Menschen sind keine Lehrbücher, und Schwangerschaften sind keine DIN-Norm.
In diesem Artikel bekommst du deshalb keinen trockenen Theorie-Vortrag, sondern einen alltagstauglichen Kompass: Was sind Braxton-Hicks-Kontraktionen? Ab wann treten sie auf? Wie fühlen sie sich typischerweise an? Und – das Wichtigste – wie unterscheidest du Übungswehen von echten Geburtswehen, ohne dich verrückt zu machen? Außerdem schauen wir uns Senkwehen und prodromale Wehen an, weil die oft genau in diese Grauzone fallen, in der man sich fragt: „Jetzt oder noch nicht?“
Kleiner Sicherheitsanker vorweg: Schwangerschaft ist individuell. Wenn du unsicher bist, Schmerzen hast, Blutungen bemerkst, Fruchtwasser verlieren könntest oder einfach ein schlechtes Gefühl hast, ist es immer okay, Hebamme, Frauenarzt/Frauenärztin oder Kreißsaal zu kontaktieren. Das ist nicht „übertrieben“, das ist klug. So – und jetzt lass uns die Sache sortieren.

Was sind Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind unregelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter, die in der Schwangerschaft auftreten können, ohne dass die Geburt tatsächlich startet. Stell dir deine Gebärmutter wie einen großen, starken Muskel vor – eher wie ein Bizeps als wie ein passives „Beutelchen“. Und wie jeder Muskel hat auch sie so etwas wie Trainingseinheiten. Bei Braxton-Hicks zieht sich die Gebärmuttermuskulatur kurz zusammen, der Bauch wird fest, manchmal spürst du Druck nach unten oder ein Ziehen, und nach kurzer Zeit lässt es wieder nach.
Das Ziel dahinter ist nicht, dich zu ärgern (auch wenn es sich manchmal so anfühlt), sondern: Vorbereitung. Dein Körper übt gewissermaßen das Zusammenspiel aus Muskelspannung, Durchblutung und Entspannung. Viele beschreiben es wie ein „Anspannen und Loslassen“ – wie wenn jemand kurz einen Gürtel um den Bauch enger zieht und ihn dann wieder lockert. Typisch ist: Es bleibt oft oberflächlicher als eine Geburtswehe. Es kommt und geht, ohne dass sich daraus ein Rhythmus entwickelt, der dich wirklich „mitnimmt“.
Wichtig: Übungswehen müssen nicht bedeuten, dass sich der Muttermund öffnet. In den meisten Fällen verändern sie den Gebärmutterhals nicht relevant. Sie sind eher so etwas wie ein „Systemcheck“. Und ja – sie können dich trotzdem erschrecken, vor allem, wenn du sie zum ersten Mal bewusst wahrnimmst oder wenn sie sich im dritten Trimester intensiver anfühlen.
Was viele beruhigt: Braxton-Hicks reagieren oft auf ganz einfache Dinge. Manchmal reicht Trinken, ein Positionswechsel oder eine Pause, und die Kontraktion flaut ab. Echte Geburtswehen sind da meist deutlich sturer – die lassen sich nicht so leicht „wegverhandeln“. Aber dazu kommen wir später noch ausführlich.
Und noch ein Punkt, der oft untergeht: Manche Schwangere spüren Braxton-Hicks kaum oder gar nicht. Das ist genauso normal wie das Gegenteil. Die Wahrnehmung hängt unter anderem davon ab, wie empfindlich du auf Muskelspannung reagierst, wie das Baby liegt, wie aktiv du bist und ob du gerade überhaupt Zeit hast, in dich hineinzuhorchen. (Wenn du im Alltag ständig „auf Empfang“ für den Bauch bist, merkst du natürlich mehr, als wenn du abgelenkt bist.)
Warum heißen sie Braxton-Hicks-Wehen?
Der Name klingt ein bisschen wie eine Anwaltskanzlei oder eine britische Indie-Band, stimmt’s? Tatsächlich steckt dahinter ein Mensch: John Braxton Hicks, ein englischer Arzt, der diese Kontraktionen im 19. Jahrhundert beschrieben hat. Er beobachtete, dass sich die Gebärmutter in der Schwangerschaft immer wieder zusammenzieht, ohne dass es gleich zur Geburt kommt. Und weil Medizin gerne Dinge nach Leuten benennt, blieb sein Name hängen – bis heute.
Was für dich im Alltag aber viel wichtiger ist als die Geschichtsstunde: Der Begriff „Wehen“ im Namen ist ein kleiner Stolperstein. Denn das Wort löst automatisch das Bild aus: Kreißsaal, Presswehen, es geht los. Dabei sind Braxton-Hicks in den meisten Fällen keine Geburtswehen, sondern eben Übungswehen. Und dieses „Üben“ ist eine ziemlich passende Metapher: Wie beim Proben vor einem Auftritt. Da steht man auch schon mal auf der Bühne, testet das Mikro, macht einen Soundcheck – aber der Vorhang geht noch nicht hoch.
Viele Schwangere berichten, dass allein das Wissen um den Namen schon hilft, den Kopf zu beruhigen. Wenn du merkst: „Aha, mein Bauch zieht sich zusammen, aber es ist unregelmäßig, eher kurz, lässt nach, wenn ich mich bewege oder hinlege“ – dann kannst du das eher als Braxton-Hicks einordnen. Natürlich gibt’s Ausnahmen, und natürlich gibt’s Übergänge. Aber der Name erinnert dich daran: Das ist ein bekanntes, normales Phänomen, das sehr viele erleben.
Und weil es im Schwangerschaftsalltag oft praktisch ist, nutzen viele Hebammen und Ärztinnen/Ärzte den deutschen Begriff „Übungswehen“, um genau diese Einordnung zu erleichtern: Training, Vorbereitung, Körperarbeit – aber noch nicht der Startschuss. Das nimmt Druck raus. Und Druck (im übertragenen Sinne) ist in der Schwangerschaft sowieso etwas, das wir alle gern reduzieren.
Noch ein kleiner Reality-Check: Auch wenn Braxton-Hicks meistens harmlos sind, dürfen sie sich trotzdem unangenehm anfühlen. „Harmlos“ heißt nicht „unspürbar“. Dein Körper ist gerade in einem Ausnahmezustand, und selbst normale Prozesse können sich groß anfühlen. Du darfst das nervig finden – und trotzdem wissen: Es ist in vielen Fällen okay.
Ab wann und wie oft treten Übungswehen auf?
Hier kommt die Antwort, die viele gleichzeitig beruhigt und irritiert: Es gibt keinen festen Startpunkt. Manche spüren Übungswehen früh, andere erst spät, manche fast gar nicht. Trotzdem gibt es typische Zeitfenster, in denen Braxton-Hicks häufiger auffallen – und das hat viel damit zu tun, dass deine Gebärmutter wächst, empfindlicher wird und du (vor allem im letzten Drittel) stärker auf Signale aus dem Bauch achtest.
Generell gilt: Je weiter die Schwangerschaft fortschreitet, desto wahrscheinlicher ist es, dass du diese Kontraktionen bemerkst. Nicht unbedingt, weil sie „plötzlich gefährlich“ werden, sondern weil die Gebärmutter einfach größer und kräftiger arbeitet. Dazu kommt: Das Baby nimmt Platz ein, deine Bauchdecke wird stärker gedehnt, Organe werden verdrängt – und dadurch fühlt sich jede Anspannung deutlicher an. Es ist ein bisschen wie bei einem Luftballon: Wenn er halb aufgepustet ist, merkst du einen kleinen Druck kaum. Wenn er prall ist, reicht ein kurzer Fingerdruck, und du siehst und fühlst sofort eine Veränderung.
Wie oft „normal“ ist, hängt ebenfalls von Kontext ab. Übungswehen können sich häufen, wenn du:
- viel auf den Beinen warst,
- zu wenig getrunken hast,
- Stress hattest,
- dein Baby gerade besonders aktiv ist,
- eine volle Blase hast,
- nach Sex oder einem Orgasmus (durch hormonelle und muskuläre Reize) etwas mehr Kontraktionen spürst.
Das heißt nicht, dass du all das meiden musst – aber es erklärt, warum es Tage gibt, an denen du gefühlt ständig ein Hartwerden bemerkst, und andere Tage, an denen gar nichts ist. Viele erleben Übungswehen wie Wetter: mal sonnig (ruhig), mal wechselhaft (immer wieder kurz hart), und selten mal richtig „stürmisch“ (dann sollte man genauer hinschauen).
Ein hilfreicher mentaler Trick: Statt jede einzelne Kontraktion zu bewerten, beobachte Muster. Werden sie regelmäßiger? Werden sie länger? Werden sie stärker? Kommen Begleitsymptome dazu? Die Geburt kündigt sich oft nicht durch „eine“ Kontraktion an, sondern durch eine Entwicklung. Und genau diese Entwicklung ist bei Übungswehen häufig nicht da – sie sind eher wie einzelne Wellen, die an den Strand schlagen und wieder verschwinden, ohne dass ein richtiger Tidenwechsel entsteht.
Ab welcher Schwangerschaftswoche spürt man Übungswehen?
Viele hören irgendwo die Zahl „ab der 20. Woche“ oder „ab dem dritten Trimester“ – und ja, das ist oft der Zeitraum, in dem es bewusster wird. Braxton-Hicks können theoretisch schon früher auftreten, aber am Anfang sind sie meist so sanft, dass du sie nicht bemerkst oder sie für etwas anderes hältst: ein kurzes Spannen, ein Ziehen, ein „komisches Gefühl“. Ab etwa der Mitte der Schwangerschaft wird die Gebärmutter größer, und damit werden Kontraktionen eher fühlbar.
Häufig berichten Schwangere, dass sie Übungswehen zwischen der 20. und 30. Woche zum ersten Mal klar zuordnen können. Bei manchen passiert das eher um die 28.–32. Woche, wenn der Bauch deutlicher „arbeitet“. Und im letzten Drittel – besonders ab ca. 32.–36. Woche – werden sie bei vielen regelmäßiger wahrgenommen, ohne dass das automatisch heißt, dass es bald losgeht. Es heißt nur: Dein Körper ist in der Vorbereitung.
Warum spüren manche sie früher und andere später? Da spielen mehrere Faktoren rein:
- Körperwahrnehmung: Wenn du gut spürst, was in deinem Bauch passiert, merkst du auch kleine Kontraktionen.
- Bauchdecke & Statur: Bei manchen ist das Hartwerden sichtbar und fühlbar wie ein Ball, bei anderen subtiler.
- Plazentalage & Babyposition: Je nachdem, wo das Baby „drückt“ und wie die Gebärmutter sich anspannt, fühlt es sich anders an.
- Erste Schwangerschaft vs. weitere: Manche Mehrgebärende erkennen das Gefühl schneller, weil sie es schon kennen. Andere merken es gerade in späteren Schwangerschaften häufiger, weil der Uterus „reaktiver“ sein kann.
Und dann gibt es noch den Alltag: Wenn du ständig in Bewegung bist, registrierst du es manchmal weniger. Wenn du dich abends hinlegst und endlich Ruhe hast, „hörst“ du deinen Körper plötzlich lauter. Das ist wie beim Kühlschrank: Tagsüber im Trubel fällt das Brummen kaum auf, nachts in Stille denkst du: „Wow, war der immer schon so laut?“
Wichtig ist: Übungswehen allein sind in der Regel kein Grund zur Sorge, solange sie unregelmäßig bleiben, nicht stärker werden und keine Warnzeichen (wie Blutungen, starke Schmerzen, Fruchtwasserabgang, deutlicher Druck nach unten vor der 37. Woche) dazukommen. Wenn du unsicher bist: einmal mehr fragen ist absolut okay.
Wie lange dauern Übungswehen und wie viele sind normal?
Übungswehen sind meistens kurz. Typische Angaben liegen irgendwo zwischen ein paar Sekunden und etwa einer Minute, manchmal auch etwas länger – aber oft ist es eher ein schnelles „Bauch wird hart – Bauch wird wieder weich“. Viele beschreiben es wie eine Welle: Sie baut sich auf, erreicht kurz einen Höhepunkt und ebbt ab. Und genau dieses Auf- und Abflachen ist ein wichtiger Hinweis, weil echte Geburtswehen zwar auch wellenförmig kommen, aber meist regelmäßiger, zunehmend und hartnäckiger werden.
Wie viele „normal“ sind? Das ist die fiese Frage, weil sie so individuell ist. Als grobe Orientierung im Alltag kann dir aber helfen:
- Einzelne Kontraktionen über den Tag verteilt: sehr häufig und meist unproblematisch.
- Mehrere am Abend oder nach Aktivität: ebenfalls häufig, besonders wenn du viel gelaufen bist oder wenig getrunken hast.
- Sehr viele in kurzer Zeit, die dich stoppen: da lohnt sich ein genauer Blick (vor allem vor der 37. Woche).
Eine alltagstaugliche Faustregel, die viele Hebammen nennen: Wenn du in einer Stunde mehrere Kontraktionen spürst, dann mach erst mal das, was bei Übungswehen oft wirkt: hinlegen (am besten auf die Seite), trinken, warm machen, ruhig atmen. Wenn es danach deutlich weniger wird oder weg ist, spricht das eher für Übungswehen. Wenn es trotz Ruhe weitergeht, regelmäßiger wird oder Schmerzen/andere Symptome dazukommen, solltest du Kontakt aufnehmen.
Was ich dir außerdem ans Herz legen würde: Nicht jede Kontraktion zählen wie ein Buchhalter. Wenn du einmal in dieses „Stopuhr-Counting“ reinkippst, wird jede kleine Anspannung zum Alarm. Besser ist ein simples Ampelsystem:
- Grün: kurz, unregelmäßig, lässt nach, keine Begleitsymptome.
- Gelb: häufiger als sonst, unangenehm, du bist unsicher → Ruhe + beobachten + ggf. Hebamme anrufen.
- Rot: regelmäßig, zunehmend, starke Schmerzen, Blutung, Fruchtwasser, Kind bewegt sich auffällig wenig, starkes Krankheitsgefühl → medizinisch abklären.
Und ja: Es kann auch „normal“ sein, dass Übungswehen phasenweise häufiger kommen. Der Körper ist kein Uhrwerk. Manchmal ist er eher wie eine Playlist im Shuffle-Modus.
Warum verändern sich Übungswehen je näher der Geburtstermin rückt?
Je näher der errechnete Termin kommt, desto mehr fühlt sich dein Körper an wie ein Team, das die Generalprobe fährt: Licht an, Ton an, alle einmal auf Position – aber der Vorhang bleibt oft noch zu. Genau so können sich Braxton-Hicks-Kontraktionen im dritten Trimester verändern. Sie werden bei vielen Schwangeren häufiger, deutlicher spürbar und manchmal auch unangenehmer. Das liegt nicht daran, dass dein Körper „verrückt spielt“, sondern daran, dass die Gebärmutter muskulär immer besser wird im Zusammenziehen und Entspannen – und dass alles rundherum sensibler ist.
Ein paar Gründe, warum Übungswehen sich gegen Ende anders anfühlen können:
- Mehr Muskelmasse, mehr Power: Die Gebärmutter ist am Ende der Schwangerschaft deutlich größer. Wenn sich so ein Muskel zusammenzieht, spürst du das eher als in Woche 18.
- Weniger Platz, mehr Druck: Baby, Fruchtwasser, Plazenta – alles ist maximal „eingepackt“. Wenn der Bauch hart wird, drückt es schneller auf Blase, Darm, Beckenboden oder Rippen.
- Mehr Reizbarkeit: Gegen Ende reagiert die Gebärmutter oft sensibler auf Auslöser wie Bewegung, Stress, volle Blase oder Dehydration. Manchmal reicht schon eine lange Schlange im Supermarkt, und dein Bauch sagt: „Danke, reicht.“
- Übergänge zu anderen Wehenformen: Viele verwechseln Übungswehen mit Senkwehen oder prodromalen Wehen (dazu später mehr). Die fühlen sich teilweise „echter“ an, obwohl die Geburt noch nicht startet oder nur langsam anläuft.
Was dabei wirklich wichtig ist: Veränderung heißt nicht automatisch Gefahr. Der entscheidende Unterschied ist, ob sich aus dem Ganzen ein klarer, regelmäßiger Rhythmus entwickelt und ob die Intensität stetig zunimmt. Übungswehen kommen gern in Phasen: ein paar Mal am Abend, dann wieder Ruhe. Echte Geburtswehen sind oft wie ein Zug, der langsam Fahrt aufnimmt – erst gemütlich, dann merkst du: „Okay, das wird jetzt konsequent mehr.“
Ein superpraktischer Selbstcheck (ohne dich in Zahlen zu verlieren):
- Wird es nach Ruhe besser?
- Bleibt es unregelmäßig?
- Bleibt die Intensität ungefähr gleich?
Wenn du dreimal „ja“ sagen kannst, spricht vieles für Übungswehen oder eine harmlose Vorbereitungsphase.
Und wenn du denkst: „Aber es fühlt sich schon ziemlich real an“ – ja, das darf es. Dein Körper ist kein Theater, das immer eindeutig „Probe“ oder „Premiere“ ansagt. Er gibt dir Hinweise. Du lernst gerade eine neue Sprache: die Sprache deiner Gebärmutter. Und wie bei jeder Sprache gibt’s am Anfang Missverständnisse.
Wie fühlen sich Übungswehen an?
Übungswehen sind so ein bisschen wie eine Push-Nachricht vom Körper: „Hey, ich arbeite.“ Und je nachdem, wie dein Tag war, wie du liegst, wie aktiv dein Baby ist und wie sensibel du gerade bist, fühlt sich diese Nachricht mal neutral, mal nervig, mal richtig unangenehm an. Typisch ist vor allem: Der Bauch wird hart. Viele beschreiben den Bauch dann wie einen „Ball“, „Stein“ oder „Brett“. Wenn du drüber streichst, merkst du deutlich, dass die Bauchdecke gespannt ist.
Was dabei tricky ist: Nicht jede Übungswehe fühlt sich gleich an. Manchmal ist es nur ein kurzes Festwerden. Manchmal kommt ein Ziehen dazu. Manchmal spürst du Druck nach unten, als würde das Baby „schwer“ im Becken liegen. Und manchmal strahlt es ein bisschen in den Rücken oder in die Leisten aus, ohne dass es gleich eine Geburtswehe sein muss. Deshalb ist es hilfreich, ein Gefühl für dein persönliches Muster zu entwickeln: Wie fühlt es sich bei dir normalerweise an, wenn es „nur Übung“ ist?
Viele merken Übungswehen besonders in Situationen, in denen der Körper zur Ruhe kommt: abends auf dem Sofa, nachts beim Umdrehen, in der Badewanne. Nicht, weil die Wehen nachts „mehr“ sind, sondern weil du dann weniger Ablenkung hast. Tagsüber rennt der Kopf, abends dreht er die Lautstärke runter – und plötzlich hörst du den Bauch.
Ein guter Vergleich: Stell dir vor, dein Körper ist wie ein Haus. Tagsüber läuft überall Musik, Gespräche, Schritte. Abends wird’s still und du hörst plötzlich das leise Knacken der Heizung. Die Heizung war tagsüber auch da – du hast sie nur nicht so wahrgenommen.
Wichtig ist auch: Übungswehen sind oft nicht „krankmachend“. Du fühlst dich dabei meist nicht fiebrig, nicht schwach, nicht so, als würde dein ganzer Körper in Alarm gehen. Echte Geburtswehen sind zwar auch nicht automatisch „krank“, aber sie beanspruchen dich häufig stärker, bringen dich aus dem Konzept und werden so intensiv, dass du nicht einfach normal weiterplauderst oder nebenbei einkaufst.
Wo spürt man Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Die klassische Stelle ist ganz klar: vorne am Bauch. Viele merken, dass der ganze Bauch – oder ein großer Teil davon – hart wird. Manchmal sieht man sogar, dass er sich anders formt: etwas kantiger, höher, asymmetrisch (je nachdem, wie das Baby liegt). Das kann kurz irritieren, ist aber oft einfach die Kombination aus Gebärmutterspannung und Babyposition.
Typische Orte, an denen Übungswehen spürbar sind:
- Vorderer Bauch / Bauchnabelbereich: „Der Bauch wird wie ein Brett.“
- Unterbauch: Druck oder Ziehen, manchmal wie ein Periodengefühl – aber meist ohne kontinuierliche Steigerung.
- Leisten: Ein Ziehen, das an Mutterbänder erinnern kann. Das kann sich mischen, weil dein Becken und die Bänder gerade sowieso viel leisten.
- Becken / nach unten: Manche spüren einen „Schwerkraft“-Druck, besonders wenn das Baby schon tiefer liegt.
- Rücken: Eher dumpf oder ziehend, oft weniger „wandernd“ als bei echten Wehen.
Wichtig ist hier die Unterscheidung: Bei Übungswehen bleibt das Gefühl oft lokaler oder „oberflächlicher“. Bei echten Geburtswehen beschreiben viele ein stärkeres, umfassenderes Muster: Es startet z. B. im Rücken oder Unterbauch und zieht dann nach vorne, oder es kommt wie eine deutliche Welle, die sich über den ganzen Bauchraum ausbreitet.
Aber: Es gibt keine magische Landkarte, die für alle gilt. Manche haben echte Wehen hauptsächlich im Rücken („Rückenwehen“), andere spüren fast nur vorne Druck. Deshalb ist die Lokalisation allein nicht das einzige Kriterium – sie ist ein Baustein im Gesamtbild.
Ein Mini-Hack, der oft hilft: Hand auf den Bauch legen und bewusst fühlen, ob die Spannung wirklich wellenartig kommt und geht. Übungswehen fühlen sich oft an wie „an – aus“. Geburtswehen haben häufiger ein deutliches Aufbauen, einen Peak und ein Abklingen, und dieses Muster wiederholt sich regelmäßig.
Sind Übungswehen schmerzhaft?
Die ehrliche Antwort: Sie können es sein – müssen es aber nicht. Viele spüren Übungswehen eher als unangenehmen Druck oder als „Spannen“, das nicht wirklich weh tut. Andere empfinden sie als schmerzhaft, besonders wenn der Bauch sowieso empfindlich ist, wenn du erschöpft bist oder wenn du gerade sehr angespannt bist (körperlich oder mental). Schmerz ist nämlich nicht nur ein körperliches Signal, sondern auch davon abhängig, wie „voll“ dein Stressglas gerade ist.
Typisch für Übungswehen ist allerdings: Auch wenn sie unangenehm sind, sind sie oft kurz und lassen wieder nach. Es ist selten dieses „Okay, ich muss jetzt stehen bleiben und mich irgendwo festhalten“-Gefühl, das viele bei echten Geburtswehen früher oder später erleben.
So kannst du es grob einordnen:
- Eher Übungswehe: Druck, Ziehen, kurzer Schmerz – aber du kannst meist weiterreden, weiteratmen, dich ablenken. Und es lässt nach, wenn du trinkst, dich hinlegst oder die Position wechselst.
- Eher echte Wehe: Der Schmerz fordert Aufmerksamkeit. Du musst dich konzentrieren, atmest anders, willst vielleicht nicht mehr sprechen, und es wird mit der Zeit stärker oder dichter.
Ein weiterer Unterschied: Übungswehen sind oft wie ein Besucher, der kurz klingelt und wieder geht. Echte Wehen benehmen sich eher wie jemand, der seine Koffer auspackt und sagt: „So, ich bleibe jetzt hier – und ich werde lauter.“
Wenn du unsicher bist, hilft eine kleine Skala: 0–10. Nicht, um dich verrückt zu machen, sondern um Veränderung zu merken. Wenn du über mehrere Kontraktionen hinweg merkst: 3… 4… 5… und das Ganze kommt auch noch regelmäßig – dann ist das ein anderes Bild als „mal 3, mal 2, mal 3, dann wieder nix“.
Und ganz wichtig: Wenn Schmerzen stark sind, du das Gefühl hast „das ist nicht normal“, oder Symptome wie Blutung/Fruchtwasser/Unwohlsein dazukommen, dann lieber einmal abklären. Dein Bauchgefühl zählt.
Bekommt man Übungswehen immer in der Nacht?
Nein – aber viele merken sie nachts häufiger. Das ist ein großer Unterschied. Übungswehen können zu jeder Tageszeit auftreten, doch abends und nachts ist dein System oft ruhiger: weniger Bewegung, weniger Ablenkung, weniger Geräusche. Du liegst, und plötzlich spürst du jede kleine Veränderung deutlicher. Außerdem kommen ein paar praktische Faktoren dazu, die nachts Übungswehen „begünstigen“ können:
- Dehydration: Viele trinken abends weniger, um nicht ständig zur Toilette zu müssen. Blöd nur: Zu wenig Flüssigkeit kann die Gebärmutter reizbarer machen.
- Volle Blase: Wenn du nachts rauszögerst, kann eine volle Blase ebenfalls Kontraktionen triggern.
- Positionswechsel im Bett: Umdrehen, Aufstehen, wieder hinlegen – kann die Gebärmutter kurz „provozieren“.
- Baby-Partytime: Viele Babys sind abends aktiv, wenn du zur Ruhe kommst. Bewegung des Babys kann wiederum den Bauch anspannen lassen.
Was du daraus mitnehmen kannst: Wenn Übungswehen dich nachts nerven, ist das nicht automatisch ein Zeichen, dass „es jetzt losgeht“. Es kann schlicht ein Mix aus Ruhe, Wahrnehmung und kleinen Auslösern sein. Oft hilft schon:
- ein Glas Wasser,
- einmal zur Toilette,
- Seitenlage (gern links),
- Wärme an Bauch oder Rücken,
- ein paar ruhige Atemzüge.
Wenn du danach wieder Ruhe hast, ist das ein gutes Zeichen. Wenn du dagegen nachts wiederholt regelmäßige, stärker werdende Kontraktionen hast, die dich nicht schlafen lassen – dann ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen (besonders, wenn du noch vor der 37. Woche bist).
Was verursacht Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Braxton-Hicks sind im Kern „normaler Betrieb“: Die Gebärmutter übt. Trotzdem gibt es Auslöser, die diese Übungseinheiten häufiger oder intensiver machen können. Und genau da wird’s praktisch, weil du dadurch manchmal ganz konkret Einfluss nehmen kannst.
Häufige Trigger im Alltag sind:
- Zu wenig trinken: Der Klassiker. Dehydration kann den Körper stressen, und die Gebärmutter kann darauf mit Kontraktionen reagieren.
- Volle Blase: Ja, wirklich. Eine volle Blase kann mechanisch reizen. Manchmal verschwinden Übungswehen nach dem Toilettengang.
- Körperliche Aktivität: Langes Stehen, viel Laufen, Treppen, schwere Taschen – alles, was dein System fordert.
- Stress und Anspannung: Der Körper unterscheidet nicht immer fein zwischen „psychischer Druck“ und „körperliche Belastung“. Stresshormone können das Gesamtgefühl verschärfen.
- Sex / Orgasmus: Durch hormonelle Prozesse (u. a. Oxytocin) und Muskelaktivität kann es danach zu Kontraktionen kommen. Meist harmlos, aber wenn es dich beunruhigt: ansprechen.
- Babybewegungen: Ein aktives Baby kann die Gebärmutter „mitbewegen“ und ein Festwerden auslösen.
- Berührung / Bauch abtasten: Manchmal reicht schon, dass man viel am Bauch „rumdrückt“, um Kontraktionen bewusster zu spüren.
Manchmal ist die Ursache aber auch simpel: Dein Körper ist müde. Und Müdigkeit ist in der Schwangerschaft nicht nur „ich gähne“, sondern ein körperlicher Zustand. Wenn dein Nervensystem auf Anschlag läuft, reagiert Muskulatur schneller gereizt.
Ein hilfreicher Ansatz: Denk in Belastungsbudget. Du hast am Tag nur eine bestimmte Menge „Energiepunkte“. Wenn du sie aufgebraucht hast (zu wenig Schlaf, viel Programm, emotionaler Stress), dann kann der Körper abends mit Übungswehen „melden“, dass es zu viel war.
Und: Es ist völlig okay, wenn du nicht jeden Trigger eliminierst. Du sollst nicht leben wie ein rohes Ei. Aber wenn du merkst, dass bestimmte Tage immer mit mehr Kontraktionen enden, dann ist das eine Einladung, etwas umzuschichten: mehr Pausen, mehr trinken, weniger Hetze.
Kann eine Überanstrengung Übungswehen auslösen?
Ja – und das passiert häufiger, als viele denken, weil „Überanstrengung“ in der Schwangerschaft anders definiert ist als vorher. Früher war vielleicht ein voller Tag mit Terminen, viel Laufen und wenig Essen „normal“. Schwanger kann genau so ein Tag plötzlich dazu führen, dass dein Bauch abends ständig hart wird. Nicht, weil du „schwach“ bist, sondern weil dein Körper gerade eine gigantische Zusatzaufgabe erfüllt.
Überanstrengung kann Übungswehen auslösen, weil:
- Muskeln erschöpfen (auch die Gebärmutter reagiert auf Gesamtstress),
- Flüssigkeitsmangel häufiger wird,
- Beckenboden und Bänder stärker belastet werden,
- der Körper insgesamt „Alarm“ sendet: „Pause, bitte.“
Woran merkst du, dass es eher Überanstrengung ist?
- Übungswehen treten besonders nach Aktivität auf.
- Sie werden besser, wenn du dich hinlegst, warm machst und trinkst.
- Sie kommen eher unregelmäßig und hören nach Ruhe wieder auf.
Was du konkret tun kannst (ohne gleich dein Leben umzubauen):
- Stopp-Signal ernst nehmen: Wenn der Bauch hart wird, ist das oft ein Hinweis: jetzt kurz rausnehmen.
- Mini-Pausen statt Mega-Pausen: 10 Minuten hinsetzen, Beine hoch, atmen – das kann schon reichen.
- Trink-Routine: Ein Glas Wasser jedes Mal, wenn du aufs Klo gehst (ja, ironisch – aber wirksam).
- Lasten reduzieren: Einkäufe aufteilen, Rucksack statt einseitige Tasche, Hilfe annehmen.
- Wärme & Entspannung: Wärmflasche (nicht zu heiß), warmes Bad, progressive Muskelentspannung, ruhige Musik.
Wenn Übungswehen jedoch regelmäßig werden, schmerzhaft sind, oder wenn du vor der 37. Woche bist und es „zu viel“ wirkt, dann ist Abklärung sinnvoll. Überanstrengung und vorzeitige Wehen können sich ähnlich anfühlen – und da ist es völlig legitim, eine Fachperson draufschauen zu lassen.

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Übungswehen und echten Wehen?
Okay, jetzt zum Herzstück: Woran erkennst du, ob es „nur Übung“ ist oder ob die Geburt wirklich startet? Es gibt nicht das eine perfekte Zeichen, aber es gibt ein sehr hilfreiches Gesamtbild. Stell dir vor, du bist Detektiv: Du sammelst Hinweise. Ein Hinweis allein sagt wenig, aber mehrere zusammen ergeben ein ziemlich klares Bild.
Hier kommt zuerst eine praktische Tabelle, die du dir mental abspeichern kannst:
| Merkmal | Übungswehen (Braxton-Hicks) | Echte Geburtswehen |
|---|---|---|
| Rhythmus | unregelmäßig, kommen und gehen | regelmäßig, werden dichter |
| Dauer | oft kürzer, variabel | tendenziell länger, ähnlicher |
| Intensität | eher gleichbleibend, schwankt | nimmt über Zeit zu |
| Reaktion auf Bewegung | lässt nach bei Positionswechsel/Ruhe | bleibt oder wird stärker |
| Ort | eher lokal/oberflächlich | kann „wandern“ (Rücken → Bauch), umfassender |
| Alltag | oft noch möglich | du musst dich mehr fokussieren |
| Begleitsymptome | meist keine | evtl. Zeichnen, Schleimpfropf, Druck, Durchfall, Blasensprung (nicht immer) |
Und jetzt die einzelnen Punkte – in Alltagssprache.
Unregelmäßige vs. regelmäßige Kontraktionen
Übungswehen sind wie zufällige Pushups: mal zwei, dann Pause, dann drei, dann wieder nichts. Kein klares Muster. Echte Geburtswehen dagegen entwickeln meist einen Rhythmus. Am Anfang kann der Rhythmus noch „wackelig“ sein, aber er wird mit der Zeit klarer. Du merkst: „Okay, das kommt wieder.“ Und dann: „Das kommt jetzt häufiger.“
Ein guter Selbsttest ist nicht, jede Kontraktion panisch zu stoppen, sondern für 30–60 Minuten locker zu beobachten:
- Kommt es ungefähr alle 20–15–10 Minuten?
- Wird der Abstand kürzer?
- Bleibt es, auch wenn du dich hinlegst?
Bei Übungswehen ist es oft so: Du hast ein paar Kontraktionen, dann flacht es wieder ab. Bei echten Wehen bleibt es dran – wie ein Lied, das nicht mehr aus dem Ohr geht, nur dass es leider immer lauter wird.
Wichtig: Es gibt auch „Zwischenformen“ (z. B. prodromale Wehen), die regelmäßiger wirken können, aber nicht richtig vorankommen. Deshalb schaut man zusätzlich auf Dauer, Intensität und Reaktion auf Bewegung.
Kürzer und unterschiedlich lang vs. länger und gleich lang
Übungswehen sind oft kürzer und vor allem unterschiedlich: Eine dauert 20 Sekunden, die nächste 45, die nächste wieder 15. Echte Wehen werden häufig gleichmäßiger in ihrer Dauer und tendenziell auch länger. Nicht immer sofort, aber über die Zeit.
Du musst hier nicht millimetergenau messen. Es reicht, grob wahrzunehmen:
Fühlt sich das jedes Mal ähnlich an und bleibt ähnlich lange? Oder ist es eher „wild durcheinander“?
Ein guter Hinweis auf „echter“: Wenn du merkst, dass die Kontraktionen nicht nur wiederkommen, sondern auch in einer ähnlichen Wellenform ablaufen – aufbauen, Peak, abklingen – und das zuverlässig. Übungswehen sind oft mehr so: „Bauch kurz hart – und wieder weich.“
Erleichterung bei Bewegung vs. keine Veränderung
Das ist einer der praktischsten Unterschiede im Alltag: Übungswehen lassen sich oft beeinflussen. Du wechselst die Position, trinkst ein Glas Wasser, gehst kurz spazieren oder legst dich hin – und plötzlich wird’s weniger.
Echte Wehen sind da ziemlich unbeeindruckt. Du kannst dich hinlegen, aufstehen, duschen: Sie bleiben. Manchmal fühlst du sie in einer Position etwas „anders“, aber sie verschwinden nicht einfach, nur weil du dich anders hinsetzt.
Mini-Test, ohne Stress:
- Trinken (ein großes Glas Wasser)
- Toilette (Blase entleeren)
- 10–20 Minuten Seitenlage (Wärme, ruhig atmen)
Wenn es danach deutlich ruhiger ist: spricht eher für Übungswehen. Wenn es genauso weitergeht oder stärker wird: dann ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen.
Unterschiedlich intensiv vs. zunehmende Intensität
Übungswehen können unangenehm sein, aber sie sind häufig wie ein Gast, der immer gleich laut spricht. Echte Wehen dagegen drehen die Lautstärke langsam hoch. Du merkst: „Die letzte war stärker als die davor.“ Und: „Jetzt brauche ich wirklich Konzentration.“
Achte dabei weniger auf „Schmerz“ als Etikett, sondern auf Trend:
- bleibt es auf einem Level?
- oder geht es Schritt für Schritt nach oben?
Ein weiterer Unterschied: Bei echten Wehen entsteht oft ein klarer Wechsel zwischen „Wehe“ und „Pause“, in der du wirklich spürbar durchatmen kannst. Übungswehen sind manchmal eher „Nerv-Spannung“ ohne dieses deutliche Pausen-Gefühl.
Und noch etwas ganz Menschliches: Bei echten Wehen verändert sich oft deine Kommunikation. Du wirst stiller, fokussierter, willst dich auf Atmung oder Druck konzentrieren. Übungswehen lassen dich häufig eher denken: „Okay, unangenehm… aber ich kann noch weiter machen.“
Nur an einer Stelle vs. wandernde Kontraktionen
Übungswehen fühlen sich oft stationär an: vorne im Bauch, vielleicht im Unterbauch, manchmal Leiste. Echte Wehen werden von vielen als „wandernd“ beschrieben: Sie können im Rücken beginnen, dann nach vorne ziehen, oder sie breiten sich wie eine Welle über den Bauch aus.
Das ist kein Muss (es gibt Rückenwehen, die stark im Rücken bleiben), aber dieses „Wandern“ oder „Durchziehen“ ist ein häufiger Hinweis auf echte Geburtsarbeit.
Mini-Checkliste für den Moment, in dem du unsicher bist:
- Wird es regelmäßig?
- Wird es stärker?
- Wird es länger oder gleichmäßiger?
- Hilft Ruhe/Trinken/Positionswechsel nicht?
- Kommen Begleitsymptome dazu (Blutung, Fruchtwasser, starke Schmerzen, deutlich weniger Kindsbewegungen)?
Wenn mehrere Punkte „ja“ sind: Hebamme/Kreißsaal kontaktieren. Nicht aus Panik, sondern weil es sinnvoll ist.
Übungswehen, Senkwehen und prodromale Wehen im Vergleich
Wenn Schwangerschaft ein Film wäre, wären Übungswehen der Trailer, Senkwehen das „Set wird umgebaut“, und prodromale Wehen sind diese Szene, in der du denkst: „Jetzt geht’s los!“ – und dann kommt doch noch ein Schnitt und der Film startet später. Alle drei können sich ähnlich anfühlen, aber sie haben unterschiedliche Funktionen und oft auch unterschiedliche „Muster“.
Das Gemeinsame: Es sind Kontraktionen der Gebärmutter. Das Unterscheidende: Ziel und Wirkung. Übungswehen üben. Senkwehen helfen dem Baby tiefer ins Becken. Prodromale Wehen können den Körper auf die Geburt vorbereiten und manchmal den Muttermund leicht beeinflussen – aber sie führen nicht zwingend direkt in die aktive Geburt.
Praktisch ist das deshalb wichtig, weil viele Schwangere im späten dritten Trimester nicht nur Braxton-Hicks spüren, sondern einen bunten Mix. Und genau dieser Mix macht die Einordnung manchmal schwer. Ein Tag ist ruhig, der nächste fühlt sich an wie „Heute könnte es sein“, und dann passiert… nichts. Das ist mental anstrengend, aber auch ziemlich normal.
Was sind Senkwehen?
Senkwehen sind Kontraktionen, die dazu beitragen können, dass das Baby tiefer ins Becken rutscht (oder sich dort stabiler „einrichtet“). Oft treten sie in den letzten Wochen vor der Geburt auf – manchmal auch früher, besonders bei Mehrgebärenden. Das „Senken“ bedeutet nicht, dass dein Baby vorher „oben festgeklebt“ war. Es bedeutet eher: Es verändert seine Position, der Kopf (oder der führende Teil) kommt tiefer, und dadurch verändert sich dein Bauchgefühl und oft auch deine Optik.
Was viele bei Senkwehen merken:
- mehr Druck nach unten,
- häufiger Harndrang,
- Ziehen im Becken oder in den Leisten,
- ein „schwerer“ Bauch.
Senkwehen können regelmäßig oder in Phasen auftreten, sind aber nicht automatisch der Start der Geburt. Viele haben Senkwehen Tage oder Wochen vor der Entbindung. Sie sind also eher ein Zeichen: Der Körper macht sich bereit, aber der Zeitpunkt ist noch nicht fix.
Ein schönes (wenn auch manchmal nerviges) Bild: Stell dir vor, das Baby packt seine Koffer und zieht schon mal in die Wohnung ein – aber die Schlüsselübergabe (die Geburt) kann trotzdem noch dauern.
Wie fühlen sich Senkwehen an?
Viele beschreiben Senkwehen als deutliches Ziehen nach unten, manchmal verbunden mit einem Druck, als würdest du „mehr Gewicht“ im Becken tragen. Manche spüren es wie Regelschmerzen im Unterbauch, andere wie ein Ziehen in den Leisten oder sogar in die Oberschenkel. Und ja: Es kann unangenehm sein, weil der Beckenboden und das gesamte Beckenring-System gerade richtig arbeiten müssen.
Typisch ist:
- Der Bauch wird hart und du spürst zusätzlich ein „Runterdrücken“.
- Es kann in Schüben kommen, z. B. abends oder nach einem aktiven Tag.
- Nach einer Phase Senkwehen fühlst du dich manchmal anders „ausbalanciert“, als hätte sich innen etwas sortiert.
Viele merken nach Senkwehen auch: Atmen wird leichter, weil der obere Bauch/Rippenbereich weniger Druck hat. Dafür wird’s unten intensiver (Hallo, Blase). Das kann ein ziemlich klares Indiz sein.
Was Senkwehen meistens nicht sind: ein stetiger, immer stärker werdender Rhythmus, der dich Richtung Kreißsaal schiebt. Sie sind eher „Umbauarbeiten“. Und Umbauarbeiten sind manchmal laut, aber nicht automatisch der Start einer Party.
Neuer Bauch dank Senkwehen
„Plötzlich sehe ich anders aus“ – das ist ein Satz, den viele nach dem Senken sagen. Der Bauch kann tiefer wirken, manchmal etwas nach vorne „hängen“, und manche haben das Gefühl, sie tragen das Gewicht jetzt mehr im Becken als im Oberbauch. Diese Veränderung kann schleichend passieren oder gefühlt über Nacht.
Was sich dadurch im Alltag ändern kann:
- Mehr Harndrang: Baby sitzt tiefer, Blase bekommt weniger Platz.
- Mehr Druck beim Gehen: Besonders beim längeren Laufen oder Stehen.
- Andere Schlafposition nötig: Seitenlage kann entlasten, Kissen zwischen die Knie hilft.
- Mehr Ausfluss: Nicht automatisch ein Warnzeichen, aber oft berichten Schwangere mehr „Feuchtigkeit“. Bei wässrigem, ständigem Flüssigkeitsverlust sollte man Fruchtwasser abklären lassen.
Manche bekommen auch so ein „Watschel“-Gefühl. Nicht, weil du dich anstellst, sondern weil Beckenbänder und Gelenke durch Hormone lockerer sind und das Baby tiefer Druck macht.
Wichtig: Nicht bei allen senkt sich der Bauch sichtbar. Manche Babys rutschen erst sehr spät tiefer, manchmal sogar erst während der Geburt. Besonders bei Erstgebärenden passiert das Senken oft früher, aber das ist keine Regel, sondern eher eine Tendenz.
Wenn dein Bauch sich senkt, heißt das vor allem: Es geht in die Richtung, nicht zwingend: „Es geht heute los.“
Was sind prodromale Wehen?
Prodromale Wehen sind so etwas wie die Meisterklasse im Verwirrspiel. Sie können sich schon ziemlich „echt“ anfühlen: regelmäßiger, stärker als Übungswehen, manchmal sogar über Stunden. Und dann… hören sie wieder auf. Oder sie kommen an mehreren Tagen hintereinander immer wieder, gern abends oder nachts.
Was passiert dabei? Der Körper kann sich auf die Geburt vorbereiten: Die Gebärmutter arbeitet, das Baby positioniert sich, der Muttermund kann weich werden, manchmal öffnet er sich minimal – aber die aktive Eröffnungsphase startet noch nicht dauerhaft.
Typische Merkmale prodromaler Wehen:
- Sie können regelmäßig sein, oft in einem Rhythmus, der dich wirklich aufmerksam macht.
- Sie können schmerzhaft sein.
- Sie können sich durch Ruhe manchmal beeinflussen, manchmal nicht.
- Sie führen nicht zwingend zu einem klaren Fortschritt (z. B. Muttermundöffnung), oder der Fortschritt bleibt „minimal“.
Mental sind prodromale Wehen oft anstrengender als Übungswehen, weil du dich ständig fragst: „Jetzt? Nein? Doch?“ Wenn du das erlebst: Du bist nicht allein. Viele nennen das „Wellenreiten“. Und ja, das kann Kräfte kosten.
Was hilft: Energiehaushalt schützen. Schlafen, wenn es geht. Essen, trinken. Wärme. Entspannung. Und bei Unsicherheit Kontakt zur Hebamme oder zum Kreißsaal. Gerade bei prodromalen Wehen kann es sehr beruhigen, wenn jemand einordnet, ob der Muttermund sich verändert oder ob es „nur“ eine Vorbereitungsphase ist.
Wie kann ich Übungswehen lindern oder stoppen?
Wenn Übungswehen dich nerven oder unangenehm sind, ist das Ziel nicht, sie „wegzukämpfen“, sondern den Körper in einen Zustand zu bringen, in dem er wieder runterreguliert. Denk an ein überempfindliches Alarmsystem: Du willst nicht die Sirene anschreien, sondern den Sensor beruhigen.
Hier sind Maßnahmen, die bei vielen wirklich funktionieren:
- Trinken: Ein großes Glas Wasser ist oft überraschend effektiv.
- Blase entleeren: Toilette kann sofort Entlastung bringen.
- Positionswechsel: Manchmal hilft bewegen, manchmal hinlegen. Probier beides.
- Seitenlage (oft links): Entlastet viele, verbessert Durchblutung.
- Wärme: Wärmflasche (nicht zu heiß), Körnerkissen, warmes Bad oder Dusche.
- Atmung: Ruhig, tief in den Bauch (so weit angenehm), lang ausatmen.
- Entspannung: Kiefer locker, Schultern runter – klingt banal, wirkt aber.
- Leichte Bewegung: Wenn du lange gesessen hast, kann ein kurzer Spaziergang helfen. Wenn du lange standest, hilft eher Liegen.
Eine einfache 5-Minuten-Routine:
- Wasser holen und trinken.
- Toilette.
- Hinlegen, Kissen unter Bauch/zwischen Knie.
- Wärme an Rücken oder Unterbauch.
- 10 ruhige Atemzüge: Einatmen 4 Sekunden, ausatmen 6 Sekunden.
Wenn es danach deutlich besser ist, war es sehr wahrscheinlich eine Übungswehen-Phase. Wenn nicht: beobachten, und bei Bedarf fachlich abklären (vor allem vor der 37. Woche).
Was du eher vermeiden solltest, wenn du gerade viele Übungswehen hast: „durchpushen“. Dieses „Ich mach das noch schnell fertig“ kann den Körper in eine Schleife bringen, in der er weiter anspannt. Du musst nicht jedes Mal sofort ins Bett fallen, aber ein bewusstes Runterfahren ist oft der Gamechanger.
Was kann ich tun, damit Übungswehen weniger weh tun?
Wenn Übungswehen bei dir wirklich schmerzhaft sind, geht’s um zwei Dinge: Trigger reduzieren und Schmerzverarbeitung erleichtern.
Trigger reduzieren:
- Trinken checken (über den Tag verteilt).
- Pausen einbauen, bevor der Körper sie erzwingt.
- Wärme regelmäßig nutzen (nicht nur „wenn’s schlimm ist“).
- Magnesium nur nach Rücksprache (nicht blind nehmen).
- Bei starkem Stress: kleine Entlastungen schaffen (To-do-Liste kürzen, Hilfe holen).
Schmerzverarbeitung erleichtern:
- Wärme + Atmung als Kombi: Wärme entspannt Muskulatur, Atmung beruhigt Nervensystem.
- Bewegung im Becken: Sanftes Kreisen auf dem Gymball, Beckenkippen im Vierfüßlerstand (wenn angenehm).
- Massage: Rücken oder Kreuzbein (Partner:in kann mit Handballen Druck geben).
- Ablenkung: Ja, wirklich. Eine Serie, Musik, Hörbuch – Schmerz ist lauter, wenn du ihn anstarrst.
Und ein kleiner Mindset-Schalter: Statt „Hoffentlich hört das sofort auf“ kann „Okay, eine Welle. Ich atme durch“ manchmal helfen. Nicht, weil du dir etwas schönreden sollst, sondern weil dein Körper weniger verkrampft, wenn du nicht gegen jede Empfindung innerlich ankämpfst.
Trotzdem gilt: Wenn Schmerzen stark sind, du kaum laufen kannst, du dich krank fühlst oder du Sorge hast, dass es vorzeitige Wehen sein könnten – bitte abklären. Gerade vor der 37. Woche ist lieber einmal mehr Kontakt sinnvoll.
Wann zum Arzt oder zur Hebamme?
Hier ist der Teil, der am meisten Sicherheit geben soll. Denn oft ist nicht die Wehe selbst das Problem, sondern die Unsicherheit: „Ist das noch normal?“ Die gute Nachricht: Du musst das nicht allein entscheiden. Hebammen und Kreißsäle sind genau dafür da, Dinge einzuordnen.
Grundregel: Je früher in der Schwangerschaft, desto ernster nimmt man regelmäßige Kontraktionen. Vor der 37. Woche möchte man vorzeitige Wehen eher ausschließen. Nach der 37. Woche kann es natürlich einfach der Start der Geburt sein – oder eine Vorbereitungsphase.
Und noch wichtiger: Es geht nicht nur um die Wehen, sondern um Begleitsymptome. Blutung, Fruchtwasserverdacht, starke Schmerzen, Fieber, starke Kopfschmerzen/Sehstörungen, deutlich weniger Kindsbewegungen – das sind Gründe, nicht lange zu warten.
Vor der 37. Woche: Diese Anzeichen ernst nehmen
Vor der 37. Schwangerschaftswoche ist die Schwelle für „lieber abklären“ niedriger, weil regelmäßige, echte Wehen hier das Risiko einer Frühgeburt erhöhen können. Das bedeutet nicht, dass jede Kontraktion gefährlich ist – aber Regelmäßigkeit und Begleitsymptome sind wichtig.
Abklären lassen solltest du besonders, wenn:
- du regelmäßige Kontraktionen hast (z. B. alle 10 Minuten oder häufiger) über eine längere Zeit,
- die Kontraktionen trotz Ruhe, Trinken und Positionswechsel nicht nachlassen,
- du Blutungen bemerkst (auch leichte),
- du wässrigen Flüssigkeitsverlust hast (Fruchtwasserverdacht),
- du starke, krampfartige Schmerzen hast,
- du starken Druck nach unten spürst, als würde „etwas rausdrücken“,
- du Rückenschmerzen hast, die wellenartig kommen,
- dein Baby sich deutlich weniger bewegt als sonst (nach dem üblichen „Aufwecken“ durch Essen/Trinken/Bewegen).
Hier ist der Punkt: Du musst nicht beweisen, dass es „schlimm genug“ ist. Wenn du unsicher bist, ist Unsicherheit an sich schon ein valider Grund, kurz Kontakt aufzunehmen.
Nach der 37. Woche: Wann ins Krankenhaus fahren?
Nach der 37. Woche bist du im sogenannten „Termbereich“. Da kann es tatsächlich jederzeit losgehen – oder auch noch zwei, drei Wochen dauern. Deshalb sind die Kriterien hier oft: Regelmäßigkeit + Intensität + dein Zustand + Fruchtwasser/Blutung.
Typische Gründe, um Richtung Kreißsaal zu gehen oder anzurufen:
- Regelmäßige Wehen, die stärker werden und dich in deiner Aktivität stoppen.
- Wehen, bei denen du merkst: „Ich kann nicht mehr normal sprechen, ich muss mich konzentrieren.“
- Blasensprung oder sicherer Fruchtwasserabgang (auch wenn keine Wehen da sind).
- Blutung (mehr als Schmierblutung).
- Wenn du dich insgesamt unwohl/krank fühlst.
- Wenn du das Gefühl hast: „Das ist anders als alles zuvor.“
Viele Krankenhäuser geben als grobe Orientierung die „4-1-1“-Regel (in manchen Regionen): etwa alle 4 Minuten, 1 Minute lang, über 1 Stunde – aber das ist nicht universell und nicht für jede Geburtsgeschichte passend. Manche Geburten starten sanfter, manche schneller. Deshalb gilt: Wenn es für dich „echt“ wirkt, lieber einmal anrufen, schildern, was du spürst.
Und ganz praktisch: Es ist total okay, nicht perfekt zu timen. Ein grober Eindruck reicht. Dein Körper ist kein Mathetest.
Sind vorzeitige Wehen gefährlich?
Vorzeitige Wehen können gefährlich sein, wenn sie den Muttermund beeinflussen und zu einer Frühgeburt führen. Aber: Nicht jede Kontraktion vor der 37. Woche ist automatisch eine gefährliche vorzeitige Wehe. Viele Schwangere haben Braxton-Hicks oder Senkwehen-ähnliche Kontraktionen und tragen trotzdem bis zum Termin.
Was medizinisch oft entscheidend ist (ganz vereinfacht):
- Muttermund: Öffnet er sich?
- Gebärmutterhals/Zervix: Verkürzt er sich?
- Regelmäßigkeit und Stärke der Kontraktionen
- Begleitsymptome (Blutung, Fruchtwasser, Infektzeichen)
Wenn du regelmäßig Kontraktionen hast und unsicher bist, wird häufig mit CTG geschaut, ob es echte Wehenaktivität ist, und ggf. per Untersuchung/Ultraschall beurteilt, wie der Gebärmutterhals aussieht. Das Ziel ist nicht, dich zu beunruhigen, sondern Sicherheit zu gewinnen.
Ein wichtiger Punkt: Manchmal können Infekte (z. B. Harnwegsinfekte) Kontraktionen begünstigen. Deshalb ist Abklärung auch deshalb sinnvoll, weil man manchmal eine behandelbare Ursache findet.
Unterm Strich: Vorzeitige Wehen sind ein Thema, das man ernst nimmt – aber nicht jedes Ziehen ist gleich ein Notfall. Und wenn du etwas abklären lässt, heißt das nicht, dass „etwas Schlimmes“ gefunden wird. Oft heißt es einfach: „Alles okay, weiter beobachten, mehr Ruhe.“
Unser Fazit
Braxton-Hicks-Kontraktionen sind in den meisten Fällen genau das, was der Name „Übungswehen“ verspricht: Training. Sie können früh oder spät auftreten, mal kaum spürbar sein oder dich ordentlich nerven, und sie werden gegen Ende der Schwangerschaft oft deutlicher. Der wichtigste Unterschied zu echten Geburtswehen ist nicht ein einzelnes Gefühl, sondern das Muster: Übungswehen sind eher unregelmäßig, variabel und lassen sich oft durch Ruhe, Trinken oder Positionswechsel beruhigen. Echte Wehen werden meist regelmäßiger, stärker, gleichmäßiger – und sie bleiben dran, auch wenn du alles „richtig“ machst. Senkwehen und prodromale Wehen können dazwischen liegen und die Einordnung schwer machen, aber auch hier hilft der Blick auf Rhythmus, Intensität und Verlauf. Und wenn du unsicher bist: Unterstützung holen ist kein Drama, sondern Selbstfürsorge.
Häufig gestellte Fragen FAQ:
Woher weiß ich, ob ich gerade eine Braxton-Hicks-Kontraktion habe?
Die schnellste Einordnung entsteht meist aus einer Kombi aus Gefühl + Verhaltenstest. Typische Braxton-Hicks sind: Bauch wird hart, kurze Dauer, unregelmäßig, lässt oft nach, wenn du trinkst oder die Position wechselst. Wenn du dir unsicher bist, mach den Mini-Test: Wasser trinken, Toilette, 10–20 Minuten Seitenlage. Wird es deutlich besser? Dann war’s sehr wahrscheinlich Braxton-Hicks oder eine harmlose Vorbereitungswelle. Bleibt es regelmäßig und nimmt zu? Dann eher Richtung echte Wehen – und dann ist Kontakt zur Hebamme/Kreißsaal sinnvoll.
Ab wann muss man mit Übungswehen zum Arzt?
Wenn du vor der 37. Woche bist und die Kontraktionen regelmäßig werden, deutlich schmerzhaft sind oder nicht nachlassen, ist Abklärung sinnvoll. Auch bei Blutung, Fruchtwasserverdacht, starkem Druck nach unten oder deutlich weniger Kindsbewegungen: bitte nicht abwarten. Nach der 37. Woche hängt es mehr davon ab, ob es regelmäßig wird und ob du merkst, dass es „wirklich losgeht“. Im Zweifel gilt aber immer: lieber kurz anrufen und schildern.
Wo finde ich mehr Informationen zu Braxton-Hicks-Kontraktionen?
Gute Anlaufstellen sind: deine Hebamme, deine Frauenarztpraxis und der Kreißsaal deines Geburtskrankenhauses (viele haben Telefonberatung). Auch Geburtsvorbereitungskurse sind Gold wert, weil du dort nicht nur Infos bekommst, sondern auch typische Körperzeichen besser einordnen lernst. Wenn du online liest: Achte auf seriöse Quellen (Kliniken, Fachgesellschaften, Hebammenpraxen) statt auf Panik-Foren.
Kann ich Übungswehen mit einer Wehen-App sinnvoll tracken?
Ja, wenn du es locker nutzt. Eine App kann helfen, ein Gefühl für Abstände und Dauer zu bekommen – aber sie sollte nicht dein Stresslevel erhöhen. Wenn du merkst, dass du dadurch hyperfokussiert wirst, lass sie weg und beobachte lieber grob: unregelmäßig oder regelmäßig, besser oder schlimmer, gleichbleibend oder zunehmend.
Können Braxton-Hicks bedeuten, dass mein Baby früher kommt?
In der Regel nein. Übungswehen sind häufig und sagen alleine wenig über den Geburtszeitpunkt aus. Manche Menschen haben viele Übungswehen und gehen trotzdem über den Termin, andere spüren kaum etwas und die Geburt beginnt plötzlich. Entscheidend ist eher, ob echte Wehen entstehen und ob sich Muttermund/Zervix verändern.
Ist es normal, dass der Bauch bei Übungswehen „komisch“ aussieht?
Ja. Wenn die Gebärmutter sich anspannt und das Baby gerade schräg liegt oder sich streckt, kann der Bauch asymmetrisch wirken oder sich ungewöhnlich fest anfühlen. Solange es kurz ist und wieder nachlässt, ist das meist normal. Bei starken, anhaltenden Schmerzen oder auffälliger Kindsbewegung: abklären.
Was ist, wenn ich gar keine Übungswehen spüre – ist das schlecht?
Überhaupt nicht. Manche spüren Braxton-Hicks kaum oder gar nicht. Das sagt nichts Negatives über deine Schwangerschaft oder deine Gebärmutter aus. Dein Körper kann sich auch „leise“ vorbereiten.
Kann Stress wirklich Übungswehen verstärken – und was hilft akut?
Ja, Stress kann die Wahrnehmung verstärken und den Körper insgesamt „hochfahren“. Akut hilft oft ein Reset: hinlegen, Wärme, trinken, 10 tiefe Atemzüge (lange Ausatmung), dunkler Raum, ruhige Musik. Wenn du merkst, dass Stress ein wiederkehrender Auslöser ist, kann es helfen, täglich kleine Entspannungsinseln einzuplanen statt nur „wenn es brennt“.

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